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Verhaltenssüchte: Können exzessive, belohnende Tätigkeiten zur Droge werden?


Menschen können nicht nur von Substanzen, sondern auch von belohnenden Verhaltensweisen abhängig werden und eine Verhaltenssucht entwickeln. In den letzten Jahren hat das klinische und wissenschaftliche Interesse an dem Verhaltenssuchtkonzept deutlich zugenommen. Entsprechend wurde 2013 pathologisches Glücksspielen als Störung ohne Substanzbezug in die Kategorie „Störungen in Zusammenhang mit psychotropen Substanzen und abhängigen Verhaltensweisen“ der 5. Auflage des Diagnostischen und Statistischen Manuals für Psychische Störungen (DSM-5) aufgenommen. Außerdem wird seither die Internet Gaming Disorder als Störung mit weiterem Forschungsbedarf im Anhang des DSM-5 gelistet. Der Beitrag wird einen Überblick geben über die derzeit anerkannten Formen von Verhaltenssucht. Daneben soll unter Berücksichtigung der unlängst von der WHO vorgestellten vorläufigen Version der ICD-11 die verfügbare Evidenz für die Anerkennung weiterer Verhaltenssuchtkandidaten (z. B. Kaufsucht) diskutiert werden.


Veranstaltungstag

Samstag, 04. Mai 2019

Dozentin

Astrid Müller

Astrid Müller ist psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und arbeitet an der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie die Arbeitsgruppe „Substanzungebundene Abhängigkeitserkrankungen“ leitet. Ihre klinischen und Forschungsschwerpunkte sind Verhaltenssüchte und Adipositas. Sie hat sowohl medizinische Biochemie als auch Psychologie studiert, hat in beiden Fächern promoviert und zum Thema „Psychotherapieforschung“ habilitiert.



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