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Akzeptanz- und Commitment Therapie (ACT) bei chronischen Schmerzerkrankungen


ACT gilt im Bereich chronischer Schmerzerkrankungen als evidenz-basierte Therapie. Es hat sich gezeigt, dass sich mit ACT auch langfristig schmerz-bezogene Depressivität, Ängstlichkeit, Schmerzbelastung und die Lebensqualität bessern lassen. Die Studienlage macht ACT zu einer wertvollen Behandlungsalternative im Vergleich zu anderen traditionellen Verfahren, wie zum Beispiel dem „Goldstandard“ der KVT (1,2,3).

Was sind die Besonderheit einer ACT-basierten Arbeit? Es geht im Gegensatz zu traditionellen Methoden nicht um Schmerz-Kontrolle, sondern um Schmerzakzeptanz. Das ACT-Modell fokussiert auf das Prinzip der „Psychischen Flexibilität“: „Lass´ dein Leben nicht von Schmerz regieren, sondern lasse dich von deinen Werten leiten“. Die therapeutische Beziehung auf Augenhöhe hilft besonders bei Patienten mit chronischen Schmerzen, eine tragfähige Arbeitsallianz herzustellen. Das Leiden der Patienten wird validiert und das Hinleiten zu Perspektivwechseln und wert-orientiertem Handeln erfolgt stets an der Erfahrung und am Lebenskontext des Patienten orientiert. (1, 4, 5). 

Der Workshop vermittelt die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Therapieform in einer anschaulichen Übersicht. Praxisnahe Übungen, interaktive Diskussionen und Fallbeispiele geben die Möglichkeit, sich innerhalb kürzester Zeit einen orientierenden Einblick über die Anwendungsmöglichkeiten von ACT bei der oft herausfordernden Arbeit mit chronischen Schmerzpatienten zu verschaffen.

Literatur:
(1) Dreßel S, Burian R, Diefenbacher A. Akzeptanz- und Commitmenttherapie bei chronischen Schmerzen (2019) Neuro Aktuell, 33; 34-41.

(2) Hughes LS, Clark J, Colclough JA, Dale E, McMillan D. Acceptance and Commitment Therapy {ACT} for Chronic Pain: A Systematic Review and Meta­ Analyses. Clin J Pain. 2017; 33{6}:552-568. 
 
(3) Gloster AT, Walder N, Levin ME, Twohig MP, Karekla M. The empirical status of acceptance and commitment therapy: A review of meta-analyses. J Context Behav Sci. 2020 Oct;18:181–92. 

(4) Burian R. Der Stahlhelm des Sozialisten. ACT im Konsiliardienst bei Patienten mit körperlichen Erkrankungen. In: Waadt M, Gloster A, Martz J. Arbeiten mit der Akzeptanz- und Commitment- Therapie (2015) Hogrefe Verlag  Bern.

 (5) Romanczuk-Seiferth N, Burian R, Diefenbacher A. ACT in Klinik und Tagesklinik (2021). Kohlhammer Verlag Stuttgart

Veranstaltungstag

Sonntag, 08. Mai 2022

Dozent

Ronald Burian

Dr. med. Ronald Burian ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und leitet als Oberarzt das Citypoint Centrum für Psychische Gesundheit (CPC) am Evangelischen Krankenhaus „Königin Elisabeth Herzberge (KEH)“ Berlin. Er ist Mitinitiator des ACT- Netzwerks Berlin.

Ronald Burian arbeitet seit vielen Jahren mit der Akzeptanz und Commitment Therapie (ACT) im Bereich Psychiatrie, Psychosomatik und Chronische Schmerzerkrankungen. Er leitete viele ACT-Seminare und Workshops im In- und Ausland und ist „Peer reviewed ACT-Trainer“ des internationalen Dachverbandes Association of Contextual Behavioural Sciences (ACBS). Im Rahmen seiner wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit hat er gemeinsam mit den Kolleg*innen seiner Arbeitsgruppe mehrere Artikel, Buchbeiträge und Bücher veröffentlicht, z.B. 2021 das Praxisbuch „ACT in Klinik und Tagesklinik“ (Romanczuk-Seiferth/Burian/Diefenbacher) im Kohlhammer Verlag.



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